Wenn die Wogen tosen
Hast du schon einmal an einem stürmischen Tag an einer Meeresküste gestanden? Die Wellen türmen sich auf und donnern gegen die Küste, Gischt sprüht, Wogen stürzen sich schäumend über die Felsen. Wehe dem, der jetzt in diesem Toben ist. In meinem letzten Urlaub durfte ich dieses Bild - aus sicherem Abstand - genießen. Ich musste daran denken, dass die Bibel genau dieses Bild auch für Gott verwendet - für seine Macht, aber auch für sein Gericht.
Das Meer - eine Erinnerung an die Schöpfung
Das Meer gehört zu den gewaltigsten Naturerscheinungen der Erde. Niemand kann sich beim Anblick des Meeres dieser Bewunderung entziehen. Nach langer Reise kommen wir endlich in die Nähe, und dann sehen wir es - “da, endlich… das Meer!”
Gott hat die Ozeane geschaffen - und ihnen Grenzen gesetzt. Würde man alle Landmassen und Berge der Erde ins Meer werfen - es wäre immer noch über 2000 m tief! Aber als Teil von Gottes Schöpfung regiert Gott auch hier. Die Wellen können toben und tosen - aber sie überschreiten die Grenze nicht.
Wir dürfen daher nicht nur das Meer bewundern, sondern auch die größere Majestät dahinter erkennen, die Größe Gottes.
Die Wogen - ein Bild auf Gottes Gericht
Das Meer verweist uns nicht nur auf die Schöpferkraft Gottes, es erinnert uns auch daran, dass ER der Richter ist. Als solcher sandte er einst die Sintflut über die ganze Erde, den sorglosen Sündern in Israel rief der Prophet Jesaja zu “Siehe, der Herr hat einen Starken und Gewaltigen bereit; wie ein Hagelwetter, wie ein Verderben bringender Sturm, wie ein Wolkenbruch mit mächtiger Wasserflut; er wirft sie zu Boden mit Macht.” (Jes 28,2). Jedes tobende Meer darf uns auch daran erinnern: Wer kann Ihm widerstehen?
Jesus - er trug die Wogen des Gerichts Gottes für uns
Im Neuen Testament begegnen wir Jesus auf dem See Genezareth. Ein Sturm versetzt die Jünger ins Angst und Schrecken. Jesus, eben noch völlig erschöpft als wahrer Mensch, steht auf, gebietet dem Wind und den Wellen, - sie gehorchen, und werden augenblicklich still.
Warum konnte er das?
Er ist nicht nur Lehrer und Prophet - er ist der Herr der Schöpfung, und der Schöpfer selbst.
Die erstaunlichste Wahrheit finden wir am Kreuz. Dort trug ER, der Schöpfer, das Gericht Gottes über die Sünde, das wir verdient haben. Der Psalmist beschrieb schon tausend Jahre vorher dieses Leiden, das er um unseretwillen auf sich nahm:
“Reiße mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke! Lass mich Rettung finden vor denen, die mich hassen, und aus den Wassertiefen, dass mich die Wasserflut nicht überströmt und mich die Tiefe nicht verschlingt, noch die Grube sich über mir schließt!” (Ps 69, 15-16)
Die Wogen des göttlichen Gerichts gingen über Jesus hinweg, Er nahm unseren Platz ein, damit alle, die Ihm vertrauen, Vergebung und Frieden mit Gott finden können.
Wenn du vielleicht in diesem Sommer am Meer stehst und die Wellen und Wogen beobachtest - halte einen Moment inne, denk mal drüber nach:
Wenn es einen heiligen Gott gibt, der so real ist wie dieses Meer, kann ich vor Ihm bestehen?
Die gute Nachricht, das Evangelium lautet: Jesus Christus hat die Wogen des Gerichts getragen, damit wir Frieden mit Gott haben können.
Und Jesus stand auf, befahl dem Wind und sprach zum See: Schweig, werde still! Da legte sich der Wind, und es entstand eine große Stille.
MARKUS 4 , 39