“Betrachtet die Lilien!” - Wunder Gottes vor unseren Augen
„Achtsamkeit“ ist ein Wort, das man heute häufig hören kann. Meistens geht es um einen selbst, dass man auf sich selbst ganz besonders achtgeben soll, Stress reduzieren und das Wohlbefinden steigern soll. Auch die Natur um uns verdient Achtsamkeit und ruft uns gerade jetzt im Frühling zu, sie bewusst als Schöpfung Gottes wahrzunehmen. Jesus nutzte auch Blumen, um tiefe geistliche Wahrheiten weiterzugeben.
Fast hätte ich sie achtlos zertreten, die kleinen gelben Blümchen, als ich nach dem Winter zum ersten Mal wieder durch den Garten ging. Es waren Stängellose Schlüsselblumen, die zu den ersten Pflanzen gehören, sie sich nach der Kälte nach oben wagen. Im Wald nutzen sie ein ganz enges Zeitfenster, wenn es gerade warm genug ist, aber die Bäume noch keine Blätter haben. Die Nahrung ist noch knapp, und mit ihrem Nektar helfen sie anderen ‚frühaufstehenden‘ Insekten zu überleben. Um sich möglichst nicht selbst zu bestäuben, hat sich „die Natur etwas Besonderes einfallen lassen“: verschiedene Blüten haben unterschiedlich lange Griffel und Staubblätter. „Nichts bereitete mir größere Freude, als ich das entdeckte“, meinte schon Charles Darwin, der nicht ahnen konnte, wie kompliziert die genetischen Grundlagen hierfür sind. Als Christen dürfen wir uns einfach an den Blumen als Schöpfung eines Gottes freuen, der sich so etwas Geniales ausdenkt.
„Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht.“ (Matthäus 6, 28)
Nicht umsonst war Jesus für die Menschen seiner Zeit auch ein „Eye Opener“ – bitte macht doch die Augen auf! Hast du schon einmal die zarten Strukturen einer Blüte, ihre Farben, ihre Formenvielfalt genau betrachtet?
Welche “Lilie” könnte Jesus gemeint haben?
Nicht nur in unseren Gärten, auch in Israel kommt die Madonnen-Lilie vor, die so rein weiß ist, dazu stattlich groß ist, betörend riecht, aber trotzdem in dem heißen Klima Israels überlebt. Ihren Namen bekam sie von Gläubigen, die sie an Maria, die Mutter Jesu erinnerte.
Es gibt noch einen Kandidaten für die Lilien, auf die Jesus verwies – die Kronen-Anemone. Auch sie wächst auf den trockenen Hügeln Galiläas, und ist wahrlich königlich gekleidet wie Salomo, nein viel schöner, viel edler, viel seidiger, als ein menschlicher Schneider es fertigen könnte, in leuchtendem Purpurrot oder Violett – die Farben, die den Königen vorbehalten waren. Ihren Namen verdankt sie ihrem anmutigen Tanz im Wind (griechisch anemos). Doch trotz ihrer Pracht – wie bald ist sie verblüht, und dient nur noch als Brennmaterial.
Jede Blume ist ein Hinweis auf etwas, das über diese Welt hinausgeht
– und eine Einladung
Jede Blume will uns einladen, von der Sorge um uns weg, auf den zu schauen, der nicht nur die Blumen, sondern auch uns geschaffen hat. Dieser Jemand ist Gott, der Vater im Himmel, der sich danach sehnt, dass wir ein Leben im Vertrauen auf Ihn führen.
Insofern kann auch die kleine, gelbe Schlüsselblume in meinem und deinem Garten ein Schlüssel sein – zu einem Leben mit Gott.
Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen?
MATTHÄUS 6, 30